07.-08.08.2014, Felsberger Institut e.V., Felsberg bei Kassel

 

Sind unbegleitete minderjährige Flüchtlinge und Migrant_innen auch weitgehend unsichtbar, so sind sie doch in wachsender Zahl in Deutschland und in der Europäischen Union präsent. Wenig bestritten ist, dass sie eine in besonderem Maße schutzwürdige Gruppe bilden, ein allgemein geteiltes kohärentes und integriertes Konzept zu Schutz, Betreuung und Unterstützung unbegleiteter Minderjähriger fehlt jedoch weitgehend. Dies liegt nicht zuletzt an unterschiedlichen und unterschiedlich ausgelegten Rechtsrahmen (UN, EU, BRD) und Zuständigkeiten (etwa der deutschen Bundesländer), an mangelndem politischen Willen, weithin ungesicherter Betreuungsfinanzierung und eingeschränkter Kenntnis sowohl der Herkunftskontexte und Migrationserfahrungen als auch der aktuellen Nöte und Lebenssituationen in Deutschland.

Call for Papers/Tagungsaufruf

Magnus Treiber promovierte am ethnologischen Institut der Universität München zu Freizeitmilieus und Lebenswelt junger Menschen in Asmara, der Hauptstadt Eritreas (Der Traum vom guten Leben. 2005). Zwischen 2009 und 2013 leitete er gemeinsam mit Prof. Dr. Kurt Beck das Projekt „Dynamische Vorstellungswelten im Lernprozess Migration: Wissen und Kommunikation junger städtischer Migrantinnen und Migranten aus Eritrea und Äthiopien“ im Forschungsverbund „Migration und Wissen“ (ForMig) der Bayerischen Forschungsallianz und unternahm Feldforschungen zum Thema in Addis Ababa/Äthiopien und Khartoum/Sudan. Das Horn von Afrika in seinen politischen, kulturellen und sozialen Eigenheiten und Spannungen zählt zu seinen wesentlichen wissenschaftlichen Interessen, bisherige Arbeiten lassen sich insbesondere der Stadt- und Migrationsethnologie, aber auch der weiteren politischen Anthropologie und Existenzethnologie zuordnen. In seinem Habilitationsprojekt, das an der Kulturwissenschaftlichen Fakultät der Universität Bayreuth angenommen und zwischenevaluiert wurde, verfolgt Magnus Treiber „Informalität und Informalisierung“ der Migration aus Eritrea und versucht dieses Phänomen in einem gleichermaßen globalen wie existenziellen Kontext zu deuten. Nach Lehrtätigkeiten an den Universitäten München und Bayreuth übernimmt Magnus Treiber nun die wissenschaftliche Projektkoordination der Projekte „Fortbildung, Weiterbildung und Sensibilisierung von Fachpersonal im Kontext psychosozialer und therapeutischer Arbeit mit UMF“ und „Sprach- und Lernförderung Unbegleiteter Minderjähriger Flüchtlinge (UMF) zur Integration in das deutsche (Aus-)Bildungssystem“ am Felsberger Institut für Bildung und Wissenschaft e.V. Darüber hinaus wird er für den Auf- und Ausbau des Felsberger Institut e.V.-Profils ‚Horn von Afrika‘ zuständig sein. Magnus Treiber ist Mitglied der Deutschen Gesellschaft für Völkerkunde (DGV), der ‚European Association of Social Anthropologists‘ (EASA) und des ‚International Consortium for Research on Violence‘ (ICRoV).

Am 11. Dezember 2013 gründete sich das “International Consortium for Research on Violence“ (ICRoV) in Erbil / Kurdistan-Nordiraq.

Weiterlesen: International Consortium for Research on Violence (ICRoV)

International Conference
IRAQ: 10 YEARS ON
STOCKTAKING AND PERSPECTIVES
Vom 9.-13.12.2013 fand in Erbil/Kurdistan – Nordiraq die Internationale Konferenz 10 years on – Stocktaking and Perspectives statt. Ein ausführlicher Bericht folgt.
Erbil, Kurdistan Region of Iraq
Kirkuk, Iraq

Organized by:
Salahaddin University Hawler
Kirkuk University
University of Erlangen-Nürnberg - Center for Iraq Studies
Felsberg Institute for Education and Academic Research

Tagungsprogramm

Ein Modellprojekt zur Integration von Flüchtlingen in Zusammenarbeit mit Vereinen/ Sportvereinen

Das Projekt „Leuchttürme der Integration“ ist ein Modellprojekt zur Stärkung der Integrationsbemühungen von Flüchtlingen im SEK. Integration ist ein Prozess, der sowohl für die Aufnahmegesellschaft als auch die Flüchtlinge nicht immer einfach ist. In diesem Prozess erfüllen Sport- und andere Vereine eine wichtige (Vorbild)Funktion. Das Projekt zeigt Möglichkeiten und Wege, wie dieser Prozess gestaltet werden kann. In größeren Vereinen können z. B. Integrationsbeauftragte eine Vermittlungsfunktion übernehmen.

Ziele des Projektes

  • Sensibilisierung der Vereine und der Menschen im SEK für die Belange von Flüchtlingen
  • Information von Flüchtlingen über die Arbeit der Vereine, besonders der Sportvereine
  • Vermittlung interkultureller Kompetenz
  • Vernetzung ehrenamtlicher und institutioneller AkteurInnen
  • Schaffung nachhaltiger Strukturen

Was wir tun:
Wir unterstützen und beraten Vereine z. B. bei folgenden Aktivitäten

  • Einbeziehung von Flüchtlingen bei Vereinsaktivitäten
  • Implementierung von AnsprechpartnerInnen
  • Vorstellen der Vereinsarbeit in den Gus

Wir informieren Flüchtlinge

  • über Vereinsangebote in ihrer Umgebung
  • über Vereinsstrukturen, Kosten, Mitarbeit, ehrenamtliches Engagement usw.

Ansprechpartnerin: Birgit Werther
E-Mail: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Mobil 0176/38781965

Filmprojekt mit Unbegleiteten Minderjährigen Flüchtlingen (UMF) am IfS

In Zusammenarbeit mit UMF wurde das Märchen der Brüder Grimm "Von einem, der Auszog, das Fürchten zu lernen" für eine Verfilmung bearbeitet.
Den seit kurzem in Deutschland lebenden Jugendlichen, wurde somit eine spielerische Auseinandersetzung mit deutscher Erzähl- und Sprachkultur ermöglicht.
Ziel war es ein modernes Remake des deutschen Märchenklassikers zu schaffen. In wöchentlichen Treffen wurden die Themen der Geschichte besprochen und ins Moderne übertragen. Die Jugendlichen wurden ermutigt eigene Interpretationen und Ideen in die Geschichte einzubringen: So wurde aus dem Märchenland Fritzlar, aus dem Spukschloss eine Realschule und aus dem Poltergeist ein ausgeflippter Hausmeister.

 

Es ist eine Action-Thriller-Komödie entstanden über das Finden von Freundschaft und Zusammenhalt auch über die kulturellen Grenzen hinaus.

 

 

Filmplakat